
Die Pfarrkirche St. Stephan zählt zu den ältesten und bedeutendsten Bauwerken Amstettens. Ihr Kirchenpatron, der heilige Stephanus, verbindet die Pfarre geschichtlich mit Passau, wo im 11. Jahrhundert die Ursprünge der Amstettner Großpfarre liegen.
Geschichte der Pfarrkirche
Von der romanischen Kapelle zur gotischen Staffelkirche
Die heutige Kirche entwickelte sich aus einem romanischen Bau, der etwa so groß war wie das heutige Mittelschiff. Im 14. Jahrhundert wurde eine Kapelle angebaut, die der Schmerzhaften Muttergottes geweiht war – heute der Bereich des Marienaltars im nördlichen Seitenschiff.
Später folgte der Neubau des Langhauses und des nördlichen Seitenschiffs. Der Kirchturm, ursprünglich freistehend, wurde im 15. Jahrhundert in die Kirche integriert. Um 1450 entstand die Taufkapelle, und der spätgotische Chorschloss den großen Umbau ab.
Die Sakristei befindet sich an der Südseite. Der Turm erhielt im 18. Jahrhundert einen barocken Helm und wurde 1882 neugotisch umgestaltet. Er ragt heute 43 Meter in die Höhe.
Foto vom barocken Hochaltar, Außenansicht, gotische Madonna


Der Hochaltar – Kunst aus Südtirol
Ein Meisterwerk von Franz Schmalzl
Der neugotische Hochaltar wurde von Franz Schmalzl aus St. Ulrich (Gröden, Südtirol) entworfen und 1901 errichtet.
Im Zentrum steht das Martyrium des hl. Stephanus, flankiert von zahlreichen Heiligenfiguren:
Einige Figuren in der Kirche stammen noch vom barocken Vorgängeraltar aus dem Jahr 1679.
Seitenaltäre – Hingabe und Handwerkskunst
Entworfen von Josef Kepplinger (Bildhauer) aus Ottensheim
Linker Seitenaltar (Marienaltar, 1889):
Statue der hl. Maria von Lourdes, flankiert von Engeln. Darunter Johannes Nepomuk und Rochus, über ihnen Christus.
Rechter Seitenaltar (Herz-Jesu-Altar, 1891):
Im Mittelpunkt steht die Herz-Jesu-Statue, flankiert von Christophorus, Thomas, Sebastian und Nikolaus.
Der Volksaltar stammt aus der Pfarrkirche St. Georgen in der Klaus (1886, Josef August Untersberger)
Fotos von beiden Altären



Kunstwerke und Bilder
Schätze aus mehreren Jahrhunderten
Zu den bemerkenswerten Kunstwerken zählen:
Orgeln der Pfarrkirche
Klang zwischen Tradition und Moderne
Die Breinbauer-Orgel (Orgelbau Breinbauer )aus dem Jahr 1898 verfügt über zwei Manuale, 20 Register und 1.387 Pfeifen.
Seit 2011 erklingt zusätzlich eine virtuelle Orgel mit vier Manualen, die digital die Klänge großer europäischer Instrumente aus Haverhill (GB), Zwolle (NL) und Caen (F) wiedergibt.
Orgelfoto


Die Taufkapelle
Spätgotische Kunst und moderne Glasfenster
Die zwölfseitige Taufsteinschale stammt aus dem 15. Jahrhundert, der neugotische Aufsatz zeigt die heilige Dreifaltigkeit.
Freskenreste um 1480 zeigen Szenen des Jüngsten Gerichts und der armen Seelen im Fegefeuer – ein Hinweis auf die ursprüngliche Nutzung als Totenkapelle.
Fenster von Albert Birkle (1964):
An der Westseite außen ist ein Fresko des „Jüngsten Gerichts“ (um 1480) erhalten.
Foto von der Taufkapelle
Glocken
Ein Klangbild mit Geschichte
Das Glockengeläut umfasst vier Glocken mit den Tönen C, E, G und A („Salve Regina“).
Vernetzung: Amstetten NÖ,Stadtpfarrkirche St Stephan Vollgeläute


Donnerstag: 8:30 Uhr
Sonntag: 10:30 Uhr
Sonntag: 18:00 Uhr
Besuch der Pfarrkirche St. Stephan
Ein Ort der Stille, Geschichte und Kunst
Die Kirche ist ein Ort des Glaubens und zugleich ein bedeutendes Kulturerbe Amstettens. Ihre gotische Architektur, die detailreichen Altäre und die reiche Ausstattung machen sie zu einem lohnenden Ziel für Besucher: innen, Kunstliebhaber: innen und Pilger:innen.